Das Testament
Ihre Spezialisten und Anwälte aus Dresden beantworten Fragen rund um die Themen Testament, Regelungen und formale Notwendigkeiten

Ein Testament dient nicht nur der vorsorglichen finanziellen Regelung – durch klare Anordnungen hilft es auch Streit unter den Erben zu vermeiden. Auf was Sie hierbei achten sollten, erklären Ihnen Ihre Dresdner Anwälte für Erbrecht.

Ein Testament ist besonders auch aus folgendem Grund ratsam: Die Regelungen der gesetzlichen Erbfolge sind starr und unflexibel: Sie knüpfen lediglich an den Verwandtschaftsgrad an; familiäre Besonderheiten werden nicht berücksichtigt. Dadurch können Ungerechtigkeiten entstehen und streitige Auseinandersetzungen provoziert werden.

Wie Sie dies vermeiden können und was Sie bei der Erstellung eines Testamentes dringend beachten sollten, erfahren Sie im Folgenden:

Durch die rechtzeitige Errichtung eines Testaments kann Streit vermieden werden: Damit kann der Erblasser den Übergang seines Vermögens zielgenau steuern und z. B. diejenigen belohnen, die sich um ihn, nahe Angehörige oder um den Erhalt seines Vermögens gekümmert haben.

Regelungen: Was kann ich in meinem Testament verfügen?

Dabei stehen dem Erblasser vielfältige Gestaltungsvarianten zur Verfügung. So können bestimmte Personen als Erben eingesetzt oder ausgeschlossen (Erbeinsetzung oder Enterbung) werden. Gegenstände können vermacht (Vermächtnis) oder Anordnungen zur Aufteilung des Erbes getroffen werden (Teilungsanordnung, Auflage). Darüber hinaus kann der Erblasser auch einen Testamentsvollstrecker mit der Aufgabe betrauen, den Nachlass zu verwalten und/oder nach bestimmten Regeln zu verteilen.

Der letzte Wille - Welche Formalien sind zu beachten?

Die Formvorschriften zur Errichtung eines Testaments sind einfach einzuhalten: Jeder Volljährige kann seinen Letzten Willen niederlegen. Das Schriftstück muss durch den Testierenden handschriftlich errichtet, als Testament erkennbar und eigenhändig unterschrieben sein. Es empfiehlt sich, Ort und Datum der Errichtung anzugeben. Achtung: Ein maschinengeschriebenes Testament ist schlichtweg unwirksam!

Errichten Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament, so muss einer der Ehegatten das Testament eigenhändig handschriftlich niederlegen und unterzeichnen. Der andere Ehegatte sollte das Testament mit einem kurzen Vermerk (z.B. „Dies ist auch mein letzter Wille“) versehen und muss es unterschreiben.

Ein Testament ist auch nur dann wirksam, wenn der Testierende testierfähig ist, er also eine konkrete Vorstellung seines Willens hat und die Tragweite und Auswirkungen der Regelungen erfasst. Dies ist z.B. dann zweifelhaft, wenn eine Demenz vorliegt. Doch keine Sorge: Grundsätzlich wird die Testierfähigkeit vermutet.

Expertentipp von RA Lauck, Fachanwalt für Erbrecht:

Wenn der Testierende an einer beginnenden Demenz oder sonstigen geistigen Einschränkungen leidet, kann es sich anbieten, ein fachärztliches Gutachten einzuholen. Dies kann spätere Streitigkeiten in Bezug auf die Testierfähigkeit vermeiden.

Testament für Bauherren und Hausbesitzer in Dresden und Umgebung

Um den Erhalt der eigenen Immobilie in der Familie zu sichern, bedarf es regelmäßig besonderer Sorgfalt.

Ist zum Beispiel ein Hausgrundstück neu erworben und dafür ein Darlehen aufgenommen worden, ist häufig kaum sonstiges Vermögen vorhanden. Dann können Pflichtteilsansprüche mangels finanzieller Mittel nicht bedient werden. Es drohen Vollstreckungsmaßnahmen, die den Erhalt der Immobilie gefährden.

Selbst wenn ein Eigenheim an gemeinsame Kinder vererbt wird, ist Streit zwischen den Kindern meist vorprogrammiert: Eines der Kinder will das Haus übernehmen, das andere möchte eine hohe Auszahlung. Das kann zum Verlust des Hauses durch Teilungsversteigerung führen.

Sie haben gebaut, um bleibende Werte zu schaffen, die Generationen überdauern? Dann sollten Sie sich auch darüber im Klaren sein, was im Todesfall mit Ihrer Immobilie geschehen kann – und in Ihrem Testament kluge Vorsorge treffen.

Ansonsten drohen kostspielige Rechtsstreitigkeiten, im schlimmsten Fall muss Ihr Lebenswerk verkauft werden, z. B. wenn ein Kind seinen Pflichtteil verlangt oder gar als Miterbe eine Teilungsversteigerung erzwingt.

Wir helfen Ihnen, dieses Risiko zu vermeiden: durch wohldurchdachte Testamente mit Teilungsverboten, Vermächtnissen oder klar formulierten Übernahmerechte.

Testament für Patchworkfamilien

Die Zahl der Patchworkfamilien steigt ständig. Für diese ist es besonders wichtig, ein individuelles Testament zu errichten. Denn die gesetzliche Erbfolge ist hier in den seltensten Fällen das, was von den zukünftigen Erblassern gewünscht wird.

Wird die Errichtung eines Testaments versäumt, ist Ihr Partner eventuell unzureichend abgesichert. Die Nachlassverteilung unter den Kindern aus verschiedenen Beziehungen (meine/deine/unsere Kinder) hängt davon ab, welcher Elternteil zuerst verstirbt.

Ein Berliner Testament ist für Patchworkfamilien grundsätzlich nicht geeignet. Da ein Ehegattentestament „von der Stange“ komplexen Familienkonstellationen nicht gerecht wird, erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Lösung zur Absicherung Ihrer Lieben.

Testament bei Kindern in Schwierigkeiten: Hartz 4/Sozialhilfe/Überschuldung

Erben Kinder, die bedarfsabhängige Sozialleistungen beziehen oder überschuldet sind, so droht der Zugriff durch deren Gläubiger oder den Sozialhilfeträger auf das Erbe. Hartz 4 oder Sozialhilfe wird dann so lange nicht mehr gewährt, bis Ihre Kinder den von ihnen geerbten Nachlass bis auf geringfügige Teilbeträge (Pfändungsfreibetrag, Schonvermögen) verbraucht haben.

Sie wollen verhindern, dass Ihr vererbtes Vermögen binnen kürzester Zeit durch den Zugriff von Arbeitsagentur, Gläubigern oder Sozialbehörde aufgebraucht wird? Dazu bedarf es komplexer, an den Besonderheiten Ihres Falls orientierter juristischer Gestaltung. Wichtige Bausteine dafür sind die Anordnung von Vor- und Nacherbschaft, Testamentsvollstreckung sowie sachgerechte Verwaltungsanordnungen gegebenenfalls in Verbindung mit notariellen Pflichtteilsverzichten.

Wir schaffen die Voraussetzungen, damit Ihr Vermögen auch unter schwierigen Bedingungen langfristig erhalten bleibt – in Ihrem Sinne und im Sinne Ihrer Kinder.

Testament für Geschiedene

Mit dem Ende einer Ehe trennen sich die Wege meist für immer. Doch Vorsicht: Das gilt für das Erbrecht nicht in jedem Fall! Erst mit einem speziellen Geschiedenen-Testament stellen Sie sicher, dass Ihr ehemaliger Partner unter keinen Umständen das Erbe Ihrer Kinder verwalten darf oder gar an Ihrem Nachlass beteiligt wird.

Denn auch wenn Ansprüche mit der Scheidung erlöschen: Unter bestimmten Konstellationen können diese wieder Gültigkeit erlangen. Wir beraten Sie zu einer weitsichtigen Lösung der Erbfolge.

Behindertentestament

Eltern behinderter Kinder tragen eine besondere Verantwortung – und viele von ihnen wünschen sich, dieser Verantwortung auch über den eigenen Tod hinaus gerecht zu werden. Durch ein individuelles Behindertentestament mit Einsetzung eines Testamentsvollstreckers sichern Sie Ihrem Kind lebenslange Hilfe. Außerdem können Sie so verhindern, dass Ihr Vermögen lediglich der Finanzierung einer Heimunterbringung dient, ohne dass Ihr Kind einen Vorteil davon hat.

Testament für nicht verheiratete Paare

Langjährige, verbindliche Partnerschaften ohne Trauschein sind längst eine gesellschaftliche Realität. Doch der juristischen Konsequenzen – wie dem Ausschluss des Partners vom gesetzlichen Erbrecht oder der fehlenden Möglichkeit, ein gemeinschaftliches Testament zu erreichten – sind sich längst nicht alle bewusst. Mit einem „Testament des Lebensgefährten“ können Sie Ihren Partner absichern und ihn am Nachlass beteiligen – obwohl er offiziell nicht als Angehöriger gilt.

Dabei bestehen vielfältige Möglichkeiten zur Absicherung des Partners. Berücksichtigt werden sollten dabei insbesondere auch die niedrigen Steuerfreibeträge des nichtehelichen Partners im Erbfall oder bei Schenkungen. Wir erarbeiten gemeinsam mit Ihnen ein Konzept zur Absicherung Ihres Partners.

Testament anfechten

Zu Lebzeiten kann ein Erblasser seine letztwilligen Verfügungen jederzeit widerrufen. Zum Beispiel durch Vernichtung oder Errichtung eines neueren Testaments. Haben Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament errichtet, können sie dieses nur gemeinsam ändern oder widerrufen. Will ein Ehegatte allein die Wirksamkeit des Testaments aufheben, so muss er den Widerruf vor einem Notar erklären. Dieser wird dann dem anderen Ehegatten zugestellt.

Eine Anfechtung des Testaments nach dem Tod des Erblassers kommt insbesondere in folgenden Situationen in Betracht:

  • Bedroht eine Person den Erblasser so, dass dieser deshalb sein Testament mit bestimmtem Inhalt abfasst, so kann das Testament unwirksam sein.
  • Gleiches gilt, wenn der Erblasser von einer anderen Person getäuscht wird.
  • Darüber hinaus kann ein Testament angefochten werden, wenn sich der Erblasser bei Testamentserrichtung z.B. verschreibt oder über den Inhalt seiner Erklärungen irrt.
  • Im Erbrecht ist weiterhin auch der sog. „Motivirrtum“ beachtlich. D.h. die letztwilligen Verfügungen können auch angefochten werden, wenn der Erblasser irrigerweise angenommen hat, sein eingesetzter Erbe würde ihn im Alter pflegen und versorgen.
  • Auf bei dem Übergehen eines Pflichtteilsberechtigten kann das Testament angefochten werden. Das ist in der Praxis besonders häufig der Fall, wenn der Erblasser nach der Testamentserrichtung heiratet oder (noch) ein Kind bekommt. Dann wird widerlegbar vermutet, dass der Erblasser – hätte er dies gewusst – anders testiert hätte.

Die Anfechtung ist innerhalb eines Jahres ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes gegenüber dem jeweils zuständigen Nachlassgericht schriftlich oder zur Niederschrift der Geschäftsstelle zu erklären.

Unwirksamkeitsgründe

Nach dem Tod kann das Testament z.B. aufgrund von Formmängeln oder wegen der Testierunfähigkeit des Erblassers unwirksam sein.

Aber auch wenn der Erblasser bereits ein Ehegattentestament oder einen Erbvertrag geschlossen hat, können weitere Testamente unwirksam sein.

Lassen Ehegatten sich nach Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments, bei dem sie sich gegenseitig zum Erben einsetzen, scheiden, so wird dieses Testament grundsätzlich unwirksam. Dafür genügt bereits die Beantragung der Scheidung, wenn deren Voraussetzungen vorliegen.

Eine letztwillige Verfügung kann aber auch unwirksam sein, weil es sittenwidrig ist oder gegen gesetzliche Verbote verstößt, z.B. wenn der Erblasser sein Vermögen seinem Pflegeheim oder dessen Mitarbeitern vermacht. Dazu finden sich Regelungen in den jeweiligen Landesheimgesetzen, die im Einzelfall zu prüfen sind.

Ihre Spezialisten und Anwälte für Erbrecht aus Dresden sind für Sie da!

Egal ob Sie Hilfe bei der Errichtung Ihres Testaments wünschen, ein Testament überprüfen lassen wollen oder gegen ein Testament nach dem Tod des Erblassers vorgehen wollen – wir unterstützen Sie dabei.

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